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Fachartikel (Details)

01.10.2006
Körpersprache in Gesprächen: 6 häufige Fragen

Niemand kann sich seiner Körpersprache entziehen oder sie unterdrücken jederzeit werden mit den Elementen der Körpersprache wichtige Informationen über die innere Haltung und Einstellung unserer Gesprächspartner kommuniziert. Alle Gedanken, und insbesondere heftige Emotionen, sind untrennbar mit dem Körper als Ausdrucksmittel verbunden. Dies ist bspw. der Grund dafür, dass viele Unehrlichkeiten schnell zu entlarven sind: Oft zeigt sich an solchen Stellen eine Diskrepanz zwischen gesprochener Sprache und den körpersprachlichen Signalen. Umgekehrt erhöht sich die Authentizität einer Person, wenn alle Signale die gleiche Sprache sprechen.

Gerade die körpersprachliche Kommunikation verläuft meist nur sehr unbewusst und in einer etwas verkümmerten Form. Nur wenige wissen, die positiven Effekte zu nutzen, die sich aus einem passenden Zusammenspiel von verbaler und nonverbaler Sprache ergeben. Dies liegt nicht selten darin begründet, dass wir es zwar erlernen, unsere Worte kontrolliert zu gebrauchen, währenddessen jedoch nicht in der Lage sind, Kontrolle über unseren Körper zu erlangen. Gerade verunsicherte und unaufrichtige Menschen oder Personen, deren Selbst- und Fremdbild Irritationen aufweist, verwenden ohne es selbst zu wissen eine geradezu "verräterische" Körpersprache.

Dabei ist die Körpersprache nicht bloß eine Art lästiger Nebenkommunikation von den eindeutigen Signalen und Botschaften, die von Gestik, Mimik und Körperhaltung ausgehen, können alle Gespräche profitieren. Die Körpersprache ist ein elementarer Bestandteil unserer Kommunikation, dem jedoch oft nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Wir achten und bewerten zwar die Körpersprache anderer Menschen, vergessen dabei jedoch, die eigene Körpersprache bewusst einzusetzen. Auch hier leistet die Arbeit an der Grundeinstellung zur Kommunikation wichtige Vorarbeit: Offenheit, Verbindlichkeit und Aufrichtigkeit sind Elemente einer partnerzentrierten Haltung, eine solche Haltung wird sich sofern sie authentisch ist auch in der eigenen Körpersprache widerspiegeln.


Welche Bedeutung hat die Körpersprache allgemein im Gespräch?

Es heißt nicht umsonst Körpersprache. Und tatsächlich sprechen wir immer auch mit unserem Körper. Mit unserer Körpersprache sind meist wichtige Aussagen verbunden, die das Gesagte entweder bekräftigen oder abschwächen. Oft geben wir dabei mit unserer Körpersprache einem Gesprächspartner wichtige Hinweise, wie wir das Gesagte meinen. Und nicht selten können Gesten die Worte sogar vollständig ersetzen. Der Blick, das Lächeln, Kopf-, Arm- und Handbewegungen dies alles wird von jedem Gesprächspartner wahrgenommen und auch interpretiert. Wenn Sie bspw. Ja sagen und dabei den Kopf schütteln, werden Sie - zumindest im westlichen Kulturkreis - zwangsläufig eine Irritation auslösen. Wird Ihr Ja allerdings von einem Kopfnicken begleitet, wirkt es bei uns umso überzeugender. Und manchmal ist ein Stirnrunzeln aussagekräftiger als viele Worte. In allen Gesprächen ist es daher gleichermaßen wichtig, sowohl die Körpersprache des Gegenübers aufmerksam zu beobachten als auch die eigene Gestik und Mimik bewusst und aktiv wahrzunehmen.

Wie lässt sich nonverbale Provokation erkennen?

Jemanden nonverbal zu provozieren, ist nicht besonders schwer. Es genügt fortwährendes Kopfschütteln, spöttisches Dauergrinsen, gelangweiltes Wegschauen, Reden mit anderen Anwesenden oder betont desinteressiertes Blättern in Unterlagen. Wendet jemand in einer Gesprächs- oder Diskussionsrunde solche Techniken an, so besteht die Gefahr, dass die anderen Teilnehmer durch dieses Verhalten dazu verleitet werden, Ihre Aussagen nicht ernst zu nehmen. Sprechen Sie das provozierende Verhalten also an. Sagen Sie z. B., wenn jemand den Kopf schüttelt: Ja, Kopfschütteln das war auch meine erste Reaktion, als ich mich mit diesem Thema auseinander setzte. Ich wollte auch nicht glauben, dass usw. Bei spöttischem Grinsen sagen Sie: Sie lachen es erscheint in der Tat zunächst lächerlich, bei näherem Hinsehen jedoch , und bei Blättern und Wegschauen sagen Sie vielleicht: Man schaltet in der Tat rasch geistig ab, so wie Sie, wenn einem niemand diese komplizierte Geschichte genau erklärt. Also, es verhält sich so

Welches sind die wichtigsten körpersprachlichen Ausdrucksmittel?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Körpersprache ist in ihrer Gesamtheit ein unersetzlicher Bestandteil aller Gespräche. Sehr schnell machen wir uns jedoch immer schon ein Bild von unserem Gegenüber aufgrund seiner Körperhaltung. Eine gerade Haltung symbolisiert dabei vor allem Aufrichtigkeit. Doch auch Augen und Mund werden sehr genau wahrgenommen. So ist es wohl unmöglich, ein gutes Gespräch ganz ohne Blickkontakt zu führen. Wer Ihnen nicht in die Augen sehen kann, dem werden Sie nur selten Ihr Vertrauen schenken. Schon im Sprichwort heißt es: Die Augen sind ein Spiegel der Seele. So lässt sich etwa die Stimmung eines Gesprächspartners meist sehr gut an den Augen ablesen. Auch wichtige Aspekte wie Aufmerksamkeit, Interesse oder Begeisterung erkennen wir am Blick unseres Gegenübers. Und natürlich ist der Mund ganz wichtig. Wenn Sie es bspw. mit einem Gesprächspartner zu tun bekommen, der nie lächelt, werden Sie sicher skeptisch werden. Gerade das Lächeln zeigt dem Gesprächspartner, dass sein Gegenüber offen und bereit ist, Informationen wohlwollend aufzunehmen und ein fruchtbares Gespräch zu führen.

Was ist mit den Armen und Händen?

Die Gestik mit Armen und Händen kann manchmal sehr aufschlussreich sein, einige sagen sogar verräterisch. Wenn Sie sich bspw. am Kopf kratzen, während Sie Ihre Meinung vertreten, wirken Sie meist nicht sehr überzeugend. Hier wird noch nachgedacht, geprüft, statt eine handfeste Meinung zu äußern. Auch Arme und Hände signalisieren oft sehr deutlich das Interesse oder Desinteresse eines Gesprächspartners. Bleiben Gesten und Bewegungen mit Armen und Händen fast ganz aus, bleibt auch die geistige Handlung unbewegt. Ähnliches gilt, wenn im Gespräch mit irgendwelchen Gegenständen herumgespielt wird. Gezielte Gesten mit Armen und Händen, die das Gesagte unterstützen, wirken dagegen überzeugend. Sie machen das Gespräch lebendiger und erhöhen oft auch die Aufmerksamkeit Ihres Gegenübers.

Soll ich meine eigene Körpersprache stärker einsetzen?

Mit einer bewussten Gestik und Mimik haben Sie die Möglichkeit, sich eine zweite Sprache zu erschließen, die Ihre Worte unterstützen und dabei Ihre Überzeugungskraft erhöhen kann. Doch übertreiben Sie nicht. Niemals sollte die Körpersprache überzogen oder gar theatralisch und aufgesetzt wirken. Ihre Körpersprache sollte immer möglichst natürlich das Gesagte unterstreichen und dieses nicht überdecken. Gehen Sie also maßvoll mit ihr um. Vermeiden Sie einerseits alle Übertreibungen, verzichten Sie andererseits jedoch niemals ganz auf Ihre nonverbalen Aussagen.

Nie sollte Ihre Körpersprache Ihren Worten widersprechen. Die Körpersprache ist dann besonders wirksam, wenn sie Ihre Worte überzeugend unterstreicht. Das Gesamtbild und der Gesamteindruck sind dabei entscheidend, nicht einzelne Haltungen. Es geht letztlich um den Eindruck, den Sie auf Ihren Gesprächspartner machen. Hierbei zählt nicht jede einzelne Kleinigkeit oder winzige Nuance: Alles, was unnatürlich und gekünstelt wirkt, das schadet! Es gibt kein Lehrbuch der Körpersprache im Sinne von So ist es richtig!.

Auf jeden Fall sollte also die Gestik zur eigenen Persönlichkeit passen?

Jawohl. Sie würden sehr viel Kraft und Zeit verschwenden, wenn Sie versuchen würden, mit erzwungenen Haltungen und Gesten, die Sie sich mühselig antrainieren müssen, Ihre echte Persönlichkeit zu verstecken. Selbst sehr gute Schauspieler im Theater oder im Film nehmen eher von Ihrer privaten Persönlichkeit etwas in Ihre Rolle mit, als sich vollständig zu verstellen das verleiht Ihren Rollen Wahrhaftigkeit. Ganz genauso sollten Sie in die Rolle, die Sie in Ihrem Leben spielen auch so viel Persönlichkeit von sich selbst mit hineinnehmen, wie es geht. Wenn Ihre Rolle diametral Ihrer Persönlichkeit entgegengesetzt ist, sollten Sie eher grundsätzlich überlegen, ob es überhaupt die richtige Rolle für Sie ist.

© Stéphane Etrillard, 2006




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